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Das WASBE Journal ist die ideale Forschungs- und Wissensquelle für jeden interessierten Bläser. WASBE World ist die offizielle Zeitschrift der WASBE und gilt als eine der wichtigsten internationalen Bläser-Zeitschriften.

Herausragende Blasmusik-Komponisten aus aller Welt schreiben exklusiv über ihre Werke, sprechen über ihre Art zu komponieren und erklären ihre Musik, sei es Unterstufen- oder Höchststufen-Literatur. Artikel über die Kunst des Dirigierens, die Geschichte des Blasorchesters, neueste internationale Kompositionen, Diskussionen und Kolumnen der bedeutendsten Künstler der internationalen Blasmusik-Szene und vieles mehr machen diese Zeitschrift zu einer wertvollen Repertoire- und Wissensquelle für jeden Dirigenten, Komponisten und Blasmusikliebhaber.

Der Mitgliederbereich der WASBE-Website bietet neben Übersetzungen diverser Artikel vor allem Informationen zu internationalen Events wie z. B. Wettbewerben, Meisterklassen und großen Festivals. Zusätzlich

werden alle früheren Ausgaben von WASBE World, der Newsletter im PDF-Format und viele weitere Inhalte zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich läuft die Website auch auf allen internetfähigen Mobilgeräten.

Berichte

Bericht unseres Mitgliedes Jürgen K. Groh:

 

 

WASBE aktiv!

 

Die Deutsche Sektion der WASBE schafft durch „regionale Zellen“ nachbarschaftsorientierte Netzwerke und gibt musikalisches Know-How weiter.

 

Wenn man sich die Frage stellt, welche Orchester in Deutschland hauptsächlich Bläsermusik spielen, findet man im professionellen Bereich neben der Sächsischen Bläserphilharmonie („das bis heute einzige Kulturorchester in ausschließlicher Bläserbesetzung“ (siehe http://www.saechsische- blaeserphilharmonie.de) nur die im Vergleich zur Sinfonieorchesterszene relativ wenigen Blasorchester von Polizei und Bundeswehr.

In der instrumentalen Laienmusikszene gibt es dagegen (außer der ebenfalls überschaubaren Anzahl von Auswahlorchestern) eine in die zehntausende gehende Menge von Orchestern, deren Musiker/innen mehrheitlich aus einem Ort oder einer Stadt kommen und wegen ihrer seit vielen Jahrzehnten etablierten und gut besuchten Konzerte, aus dem regionalen Kulturleben gar nicht mehr wegzudenken sind.

Von der Anzahl der Möglichkeiten her, bietet sich hier ständig die Gelegenheit, vor großem Publikum z.B. ausgewählte Originalkompositionen vorzustellen und diese Art der Bläsermusik damit im öffentlichen Bewusstsein noch deutlicher als bisher zu verankern.
Um diese vorhandenen, vielfältigen Chancen noch intensiver für die Förderung der Bläsermusik zu Nutzen und den Begriff „ausgewählte Originalkompositionen“ mit konkretem Inhalt zu füllen, will die WASBE Schritt für Schritt nachhaltige Netzwerke schaffen und „regionale Zellen“ etablieren, durch die Dirigenten, Komponisten und Musiker/innen aus der Nachbarschaft miteinander ins Gespräch kommen.

So kann man sich dem Ziel der WASBE, dass „Sinfonische Blasorchester und Bläserensembles als ernsthafte Vermittler musikalischen Ausdrucks und seriöse Akteure im kulturellen Leben wahrgenommen werden“ konkret von der Quelle her nähern.

Der erste Schritt dazu, könnte z.B. ein in freundschaftlichem Plauderton gehaltener Brunch in einem gemütlichen Café oder in der Wohnung eines WASBE-Mitglieds sein, wozu die einem persönlich bekannten Dirigent/innen, Musiker/innen und/oder Komponist/innen verbands- und länderübergreifend eingeladen werden. Das müssen gar nicht viele sein, denn wenn dieser „erste Schritt“ getan ist, wird das Netzwerk wie von selbst durch die Teilnehmer erweitert und es entstehen durch Gespräche und gemeinsame Interessen konkrete Aktionen.

Unter dem Motto „WASBE aktiv!“ hatte auf diese Art Rolf Rudin, der in Hanau lebende Präsident der Deutschen WASBE Sektion, während verschiedener Dirigenten-Brunchs die Wünsche von Schulorchesterleiter/innen, Musikvereinsdirigent/innen und Komponisten nach einer praxisorientierten Weiterbildungsreihe aufgenommen. Diese wurde dann von der „regionalen Zelle“ im Rhein-Main- Gebiet mit überschaubarem Organisationsaufwand und kurzen Anfahrtswegen in der Barbarossastadt Gelnhausen durchgeführt.

Während der vierstündigen Weiterbildung, die der Form einer „kollegialen Beratung“ nahe kam, konnten sich Musikliebhaber Anregungen für Konzertprogramme sowie Tipps & Tricks für die Probenarbeit holen.

Während eines Dirigenten-Brunches hatten Musikschulleiter Bernd Sallwey, die Musikpädagogin Brigitte Rudin, der Musikstudent Michael Meininger und Jens Weismantel, der musikalische Leiter des Landesjugendblasorchesters Hessen, aus ihrem reichhaltigen persönlichen Erfahrungsschatz aus hunderten von Kompositionen jeweils diejenige ausgewählt, die sie bereits mit einem Orchester aufgeführt hatten und von denen sie aus verschiedenen Gründen begeistert und überzeugt waren. Diese bewusst subjektive und von persönlichen Emotionen getragene Auswahl führte zu den folgenden Stücken, die in einem dreiteiligen Workshop den Teilnehmer/innen intensiv bekannt gemacht wurden:

  •   „Sleep“ (Eric Whitacre)

  •   „Midnight Mission“ (Brian Balmages)

  •   “Mumadona Dias” (Marques, Carlos)

  •   “Portrait of a Clown” (Frank Ticheli)

    In der ersten Stunde wurden die, von Bläserklassen bis hin zu Jugend- und Vereinsorchestern spielbaren, Kompositionen von den Workshopdozent/innen anhand von Partitur Auszügen jeweils eine Viertelstunde lang hinsichtlich verschiedener Kriterien (formal, harmonisch, rhythmisch, Besetzung etc.) vorgestellt, wobei besonderer Wert auf die Beantwortung der Frage: „Aus welchen Gründen habe ich diese Komposition ausgewählt, warum liegt sie mir am Herzen? gelegt wurde.
    Für „Portrait of a Clown“ wurde dafür u.a. die pädagogische Komponente herausgestellt (Einführung der lydischen Tonart, Pausen auf betonten Taktteilen, Dissonanz durch überlappende Ostinato- Figuren, Orgelpunkt etc.), bei „Sleep“ lag der Schwerpunkt auf der Herausarbeitung klanglicher Feinheiten und der damit einhergehenden Sensibilisierung für längere Noten und Intensitäten, „Mumadona Dias“ enthielt u.a. effektvolle Showpassagen (Dudelsackensemble, Musiker im Saal verteilt) während das für Bläserklassen konzipierte „Midnight Mission“ sehr abwechslungsreiche Passagen und Einspielübungen für diesen Schwierigkeitsgrad bereithält.
    Die theoretischen Erläuterungen wurden in den darauffolgenden beiden Stunden von den vier Dozent/innen zusammen mit dem freundlicherweise angereisten Jugendorchester Meerholz-Hailer aktiv umgesetzt, wobei auch die verwendete Probenmethodik erläutert werden konnte.

Danach war mehr als eine Stunde Zeit für kritische Reflexionen und Diskussionen zu den vorgestellten Musikstücken und Anregungen für die nächsten „WASBE aktiv!“ Veranstaltungen in 2015.
Das Feedback der Teilnehmer/innen und Dozent/innen war u.a. wegen der gebotenen interaktiven Möglichkeiten sehr positiv, da jede und jeder ausreichend Gelegenheit bekam, sich während der Veranstaltung durch Diskussionsbeiträge aktiv einzubringen, Fragen zu stellen und/oder Vorschläge sowie kritische Anmerkungen zu machen.

In Gelnhausen wurde gezeigt, dass „regionale Zellen“ aus sich selbst heraus, zum Vorteil von Schulorchestern, Musikvereinen und Kammermusikgruppen, sehr gute praxisorientierte Weiterbildungen vor Ort durchführen können.
Ein tragfähiges Konzept also, welches die WASBE nicht nur in direkten und aktiven Kontakt mit den „Orchestern vor Ort“ bringt, sondern musikalisches Know-How aus der Region für die Region bereitstellt. 

 
Jürgen K. Groh (7.6.1958 Offenbach a.M.) ist Master of Arts und seit 25 Jahren Dirigent (Jugendorchester/Konzertorchester) im Bereich der Bläsermusik, Bezirksmusikbeauftragter des Hessischen Musikverbands, Kulturpreisträger und Autor für verschiedene Fachzeitschriften. Er spielt in einer Jazz-Big-Band Saxofon und Flöte und ist ein gefragter Moderator für Chor-, Big-Band- und Bläserkonzerte. 
 

 

Bericht unseres Mitgliedes Jürgen K. Groh in der clarino:

 

NEUE MUSIK - eine (persönliche) Annäherung

 

Die »Neue Musik« ist noch immer ein Stiefkind der Blasmusik, könnte man meinen. JürgeN k. groh, DirigeNt Des MusikvereiNs NieDer-roDeN uND seit 2014 iM vorstaND Der DeutscheN WasBe-sektioN tätig, hat alle erWähNteN koMpositioNeN auch selBst aufgeführt.

 

»auf der Bühne knisterte und prasselte es, während in meinem Kopf ein Film ablief, in dem ausgetrocknete Bäume lichterloh brannten und danach eine rauchgeschwärzte, tote Einöde hinterließen. Dass nach diesem verheerenden Feuer die Natur behutsam wieder zu neuem, kraftvollem Leben erwachte, war ein erlösender musikalischer Moment«, sagte vor 15 Jahren eine Besucherin nach unserem Blasorchesterkonzert, bei dem neben bekannten Melodien auch Chuck Elledges zehnminütige Komposition »...from these ashes« aufgeführt wurde, in der auch Klänge aus dem Bereich der »Neuen Musik« zu hören sind.

Ein Jahr zuvor entfuhr selbst dem hartgesottenen Musikkritiker einer im Rhein-Main-Gebiet bekannten Zeitung ein »Schrei des Entzückens«, als er während eines Familienkonzerts mit vielen Kindern zum ersten mal Daniel Bukvichs Komposition »Dinosaurs« hörte, die auch aleatorische Elemente und für den klassischen Hörer ungewohnte intervalle enthielt. »Diese Art von Musik hatten wir nicht erwartet«, hörte man danach von den Zuhörern, »das war außergewöhnlich, fesselnd und mal etwas anderes. Daran werde ich mich auch nach Jahren noch angenehm erinnern. Ich weiß allerdings nicht, ob ein langes Konzert nur mit dieser Musik mich genauso begeistern könnte.« 

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